In kommunalen Kläranlagen mit Nährstoffelimination tritt Nostocoida
limicola oft zusammen mit Typ 0092 und Typ 0041/0675 subdominant neben
Microthrix parvicella auf. In höher belasteten oder industriellen
Kläranlagen und bei der Behandlung von Deponiesickerwasser kann N.
limicola auch dominant vorkommen. Da die Fäden überwiegend
innerhalb der Flocken wachsen, führt N. limicola erst bei hohen
Häufigkeiten zu einem verschlechterten Absetzverhalten des Belebtschlamms,
kann aber aufgrund seiner Fähigkeit zu flotieren zur Schaumbildung
beitragen.
Ebenso wie bei Typ 0092 ist zur Identifizierung und zur Abschätzung
der Häufigkeit von Nostocoida limicola die Neisserfärbung
am besten geeignet, da sich der ganze Faden graublau anfärbt und so
gut zu erkennen ist.
Eigenschaften:
Wuchsform: unregelmäßig gewunden bis verknäuelt
Fadenposition: innerhalb der Flocken oder frei in der wässrigen
Phase
Verzweigungen: keine
Beweglichkeit: fehlt
Länge der Fäden: 100 bis 300 µm
Fadendurchmesser: 0,8 bis 2,0 µm
Septen: meist deutlich erkennbar
Zellform: oval bis scheibenförmig
Einschnürungen: deutlich erkennbar
Aufwuchs: fehlt
Scheide: fehlt
Schwefelgranula: weder in vivo noch nach Schwefeltest
Gramfärbung: positiv; manchmal auch negativ
Neisserfärbung: positiv (graublaue Färbung des ganzen
Fadens)
PHB-Färbung: häufig positiv
Selektionsfaktoren:
Zu den Selektionsbedingungen für Nostocoida limicola
gibt es in der Literatur z.T. widersprüchliche Angaben, so dass die
hier aufgeführten Faktoren nicht als gesichert gelten können.